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Leben in der DDR
Anja Hirsch
Was von Dora blieb
336 S., € 20,– C.Bertelsmann erscheint am 15. März 2021
                    lla Mothes wirft in ihrem Debütroman einen inti- men Blick auf die Facetten des Lebens in der DDR: Erst als junge Frau erfährt Ingke im Berlin des Jah-
res 1992, dass sie als Säugling zu DDR-Zeiten adoptiert wurde. Wer sind ihre wahren Eltern? Warum haben sie sie einst weggegeben? Und was bedeutet das für ihr Leben heute? Sie macht sich auf die Suche und stößt auf die Ge- schichte ihrer Herkunftsfamilie, die nach einem geschei- terten Fluchtversuch ihre Tochter verlor. Auf einmal hat die junge Frau zwei Familien, die um sie ringen: Ihre leib- liche Mutter, die irgendwann von der BRD freigekauft wurde und bisher nichts über Ingkes Verbleib weiß. Und ihre vermeintlichen Eltern, bei denen sie behütet und ge- liebt aufgewachsen ist. Doch muss sie sich tatsächlich entscheiden?
Ulla Mothes
Geteilte Träume
448 S., € 14,90 Lübbe
EIN JAHRHUNDERT IN
DEUTSCHLAND
                                                                           IKriegsenkelgeneration
Katharina Fuchs
Lebenssekunden
416 S., € 20,– Droemer
 sa flüchtet vor ihrer kriselnden Ehe an den Bo- densee. Im Gepäck hat sie alte Briefe und Tage- bücher ihrer Großmutter Dora, von der sie viel zu
wenig weiß. Um ihren eigenen Schmerz zu verdrän- gen,befasstsiesichmitDorasGeschichte:Diesestu- dierte in den 1920er Jahren zusammen mit dem Berg- arbeitersohn Frantek und der extravaganten Maritz am Bauhaus des Ruhrgebiets. Aus einer intensiven Freundschaft entstand ein Liebesdreieck; später hei- ratete Dora einen Verwaltungsdirektor. Doch welche Rolle spielte Isas Großvater im Zweiten Weltkrieg? Und warum besuchte ihr Vater eine der berüchtigten Napola-Schulen? Entschlossen taucht Isa in die Fami- liengeschichte ein.
D Ost und West
ie deutsch-deutsche Geschichte der ersten Fotojournalistin der Bundesrepublik und einer Leis-
tungsturnerin aus der DDR erzählt Katharina Fuchs in »Lebenssekunden«: Der großer Traum von Angelika Stein scheint geplatzt, als sie mit 15 von der Schule fliegt. Kein Fotograf in Kassel will einem Mädchen, noch dazu ohne Schul- abschluss, eine Lehrstelle geben. Doch Angelika gibt nicht auf und bekommt schließlich eine Chance von einem Foto- grafen, der vor Kurzem aus der DDR ge- kommen ist. Zur selben Zeit wird in Ost- berlin die hoch talentierte junge Turnerin Christine Magold darauf gedrillt, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertre- ten. Doch ist das wirklich ihr Traum? Beim Bau der Berliner Mauer 1961 treffen die beiden jungen Frauen unter dramati- schen Umständen aufeinander.
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Schöner lesen · Frühjahr 2021












































































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